02 Juni 2009 - 23:29 -- Akt

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Katze - Deutsch, Deutsch - Katze

Ich hab mir in meinen langen Jahren als Katzenhalterin einige Gedanken über die Kommunikation zwischen Katz und Mensch gemacht und bin zu dem Schluss gekommen: Katze, Du redest wirr!

Ich kann natürlich nur von meinen Katzen ausgehen, es mag ja auch Katzentiere geben (Hörensagen Mit den Augen rollen ), die in ihre Absichten deutlich und unmissverständlich kundtun. Ich täte alles für eine solche Katze:

Miau: Gib mir essen!
Schnurr: Essen gut!
Fauch: Finger weg!


Unweigerlich stellt sich mir dann jedoch natürlich die Frage, ob mit dieser Katze alles okay ist oder ob sie eventuell vermenschlicht ist.
Vermenschlichung kann viele Gründe haben:

1. Die Katzen ist strunzendumm und hat nie rausgefunden, wie man Menschen manipuliert, sie gleichen ihr Verhalten daher den Menschen an. Oder aber

2. der Mensch ist strunzendumm und ignoriert unwissentlich die feinen aber deutlichen Katzensignale, die die Katze aussendet um den Menschen zu manipulieren.

3. Die Katze ist extrem schlau und hat schnell festgestellt, dass ihr Dosenöffner da nicht ganz mithalten kann. Dies führt dazu, dass die Katze in ihrer Frustration auf die einfachste Kommunikation überhaupt umsteigt. Katzenbesitzer einer solchen katze sollten schnell reagieren können, denn eine solch frustrierte Katze hält weder was von ihrer Katzentoilette noch von persönlichem Eigentum ihres Dosenöffners.

In allenFällen sieht die Katze sich gezwungen auf Menschenebene zu kommunizieren. Und wir alle wissen wie wahnsinnig toll das klappt.

Kommen wir also zum klassischen Miau

Miau Nummer 1:

So wie es im Buche steht. Ein deutliches, die Katze an sich definierendes Miau. Kann in der Tonlage variieren (mein Kater miaut sehr hell, glockenklares Stimmchen, engelsgleich. Meine Katze brummt niederfrequent, Tracy Chapcat). Dieses Miauen kennt jeder Mensch, wir lernen es von klein auf. Wie macht die Katze? Miau.
Meist ist dieses Miau belanglos. Sollte man nicht denken. Ich erkläre es gerne: Wenn Katzen etwas wollen, ihnen etwas nicht gefällt, sie gleich in die Ecke pieseln oder aber Angst haben setzen sie ein anderes Miau auf. Das normale Miau wie wir es kennen ist das Gleiche wie ein menschliches Hmm. Es tun sich mannigfaltige Interpretationsmöglichkeiten auf, aber im Grunde meint es rein gar nüscht. Eine Katze weiss was von ihr erwartet wird und dann und wann bequemt sie sich dazu dem nachzukommen. Das normale Miau wird miaut.


Miau Nummer 2:

Das langgezogene Miau. Wie aus dem schlechtesten Witz aller Zeiten: Wie bringt man einen Hund dazu zu miauen? Genau.
Das langgezogene Miauen verheisst selten Gutes. Entweder man wird damit so lange genervt, bis man endlich aufsteht und Schmackofatz in den Napf füllt oder man muss nachts aufstehen und taumeld den Lichtschalter suchen um danach kurzzeitig zu erblinden. Hat man wieder volle Sehkraft erlangt sucht man den Ursprung des langezogenen Miauens, Sorgenfalten auf der Stirn. Dies kann erschreckend lange dauern, denn die Katze, die ein langgestrecktes Miau abgibt hat nur ein Ziel: Nerven.
Hat man die Katze endlich aufgetan (zwischenzeitlich hat man sich den kleinen Zeh mächtig am Kratzbaum geprellt) sitzt sie in ihrer ganzen Pracht vor einem und strahlt einen an: Oh, Du bist ja wach! Hast Du schlecht geträumt? Kraul mich!


Miau Nummer 3:

Das gurgelnde Miau. Das gurgelnde Miau jagt einem erstmal einen Schreck ein. Hat das Tier sich verschluckt? Habe ich gestern etwa vergessen die Reste vom halben Hahn wegzuräumen? Bevor man sich nun der Katze nähert sollten diese Fragen geklärt sein. Denn eine gurgelnd miauende Katze ist nicht immer das was sie scheint, ein Tier in Not.
Mir ist in der Tat einmal eine jämmerlich gurgelnde, miauende Katze frontal ins Gesicht geprungen und hat unschöne Veränderungen meiner Hautstruktur vorgenommen. Ein Peeling hatte ich immer anders in Erinnerung. Es stellte sich heraus, das eben jene Katze zuvor einen Kontrahenten aus dem Fenster erspäht hatte und so dermaßen geladen war, dass sie all ihre Aggressionen an mir ausließ, der Dummen die es wagte sich zu nähern.

Es gibt noch eine weitere Form des gurgelnden Miaus. Wenn meine Katze sich abends auf den Rücken schmeisst um ihren Einschlafbauchkraul zu genießen, aber vorher vergisst ihren Sabber runterzuschlucken.

Miau Nummer 4:

Das flehende Miau. Hier ist äusserste Aufmerksamkeit geboten! Das flehende Miau deutet entweder auf den drohenden Hungertod der Katze hin (Wirklich. Sie sterben auf der Stelle sobald die Brekkieschicht in ihrem Napf so dünn ist, dass sie den Boden des selbigen sehen können!) oder aber es handelt sich hier um eine Warnung an den Katzenbesitzer: Wenn Dir Dein neuer Cashmirpulli lieb ist, dann schau mal kurz in mein Klo und sorg dafür, dass dieses kleine Klümplein Pi SOFORT verschwindet.

Das flehende Miau wird meist mit großen, traurig blickenden Katzenaugen kombiniert. Diese Kombination hat den selben (nachgewiesenen) Effekt wie Babygewimmer. Man hofft es ignorieren zu können, aber der Instinkt schlägt einem ein Schnippchen und schon fängt man an beschwichtigende Worte zu brabbeln und dem Wesen jeden Wunsch zu erfüllen. Dies ist besonders bei unerfahrenen Katzenhaltern zu beobachten. Ich habe mittlerweile eine gewisse "Flehendes Miau-Taubheit" entwickelt. Ich habe allerdings auch keinen Cashmirpulli.


Hiermit schließe ich den ersten Teil meiner kleinen Exkursion in die Welt der Katzen-Mensch-Kommunikation. Seid das nächste Mal dabei, wenn es heisst:

Die Katze faucht. Ob sie jetzt ne Streicheleinheit braucht?