14 Dezember 2007 - 08:54 -- titania

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Bücher, Bücher, Bücher

Ich hab mal wieder gelesen und kann mich noch an folgende Bücher erinnern:

Mary Poppins
Quasi beruflich diesen Klassiker lesend war ich doch sehr von Mary Poppins' unfreundlicher Art begeistert. besonders das Nichtantworten hat es mir wirklich angetan. So sollten Kindermädchenjobs sein


"Nanny Diaries" von Emma McLaughlin.
Und so sind Kindermädchenjobs. Dieses Buch, eigentlich nur im Scherze ausgeliehen, gefiel mir überraschend gut, weil es so schrecklich realistisch ist. 98% des Plots konnte ich vehement nickend bestätigen - die von Termin zu Termin zu schleifenden Kinder, die ihr Kindermädchen schon lieben, wenn die ihnen mal vorliest, die pädagogisch sooo beflissenen Eltern, die ihr Kind mit pädagogisch wertvollem Spielzeug zumüllen und noch vor Schulbeginn mehr Fremdsprachen lernen lassen, als sie in ihrem ganzen Leben lernen werden - die Eltern, Freunde und Bekannte, die einen beknien, diesen dämlichen Job aufzugeben - und das Kind, das einem dann doch leidtut. Sowie das persönliche Highlight des Realismus: die nicht mehr zählbaren Überstunden vor Weihnachten und das Gefühl, wenn man statt eines gescheiten Weihnachtsgeldes irgend ein hässliches unnützes Ding geschenkt bekommt, das man höchstens noch verwichteln kann.
Tolles Buch.


Meinen ersten Wallander-Krimi.
Nachdem man mich mit Inspektor Lynley so bodenlos verspoilert hat bin ich der Welt auf ewig darum böse und schwöre dieser Reihe ab.

Melrose Plant war sowieso schon immer der Witzigere! Aber somit ist nun Platz für eine neue Krimireihe in meinem Leben und da ich schonmal einen Wallanderkrimi im Fernsehen gesehen habe, hab ich mich dazu durchgerungen. Die Geschichte hatte zwar einen erwartbaren Ausgang, aber die Stimmung im Buch ist grandios. Muss mehr davon lesen.


Bartimäus und das Auge des Golem.
Nunja. Der erste Band war ja schon bescheiden, aber nachdem der Prophet vorhergesagt hat, was in Band zwei und drei passiert, muss ich diese ja auch lesen, um herauszufinden, ob er recht gehabt hat. Zumindest mit seiner Entscheidung, Band 2 nicht zu lesen, lag er richtig. Genauso wie schon bei Band eins liest und liest und liest man, es ist auch ganz nett, stellenweise recht spannend (vor allem beim pünktlich einsetzenden Showdown) - aber am Ende klappe ich das Buch zu und denke "und nu?" Es scheint so vollkommen irrelevant, ob ich dieses Buch jetzt gelesen habe oder nicht, dass der Gedanke an verschwendete Zeit beinahe aufdringlich vor meiner Nase hin- und herhüpft und mir eine lange Nase zeigt. Dagegen hilft dann nur intensive Hausarbeit oder ein neues, besseres Buch. Als nächstes wartet "Lange Zähne" von Christopher Moore. Immerhin ist jetzt Wäsche gewaschen, Staubgesaugt, Geschirrgespült und Bettbezogen.


Lange Zähne war ganz nett. Nicht so lustig, am Anfang etwas schleppend, aber dann doch fesselnd und mit einem kreativen Schluss beschieden. Ich vermute, dass es im Original noch ein wenig witziger ist. Andererseits kann man ja auch nicht nur Topliteratur lesen, deswegen war ein solides Werk zwischendurch sehr angenehm.

Ach ja - der Inhalt:
Eine junge Frau namens Jody wird überfallen und wacht am nächsten Abend mit verkohlter Hand unteer einem Müllcontainer auf. Warum die Hand verkohlt ist? Weil - der kluge Leser kann es sich denken - sie ein Vampir geworden ist, und die Hand unter dem Container hervorschauend im Tageslicht verbrannte. Glücklicherweise gehört zu den neugewonnenen Fähigkeiten auch eine schnelle Regeneration bei Verletzungen.
Als frischgebackener Vampir muss Jody erstmal ihr "Leben" organisieren und trifft zum Glück auf Tommy, ein Provinzei, das frisch nach San Francisco gekommen ist (wo die ganze Geschichte spielt), und so praktische Dinge wie Jodys Job zu kündigen oder eine Wohnung zu mieten (als sie ausversehen ihren Freund biss, flog sie gleich in der ersten Nacht als Vampir aus der Wohnung) erledigen kann, was alles nur bei Tageslicht möglich ist. Dumm nur, dass der Vampir, der Jody zu einem eben solchen machte, ihre Umgebung mit Leichen pflastert und die Polizei schnell Tommy verdächtigt. Und so weiter und so weiter. Die Geschichte hat keinen richtigen Höhepunkt, aber sie ist nett und fein. *nick*

6/10 Zähnen


Gestern habe ich Fletcher Moon von Eoin Colfer gelesen.
Fletcher Moon ist 12 und Privatdetektiv, der sogar eine Detektivlizenz erworben hat (Mithilfe der Geburtsurkunde seines Vaters, die er als seine ausgegeben hat). Dumm nur, dass ihn eigentlich niemand ernst nimmt, auch wenn er schon ab und an der Polizei helfen konnte. Da kommt eines Tages April, ein ganz in rosa und pink lebendes Mädchen zu ihm und beauftragt Fletcher, eine von ihr ersteigerte Haarsträhne eines Popstars, die ihr geklaut wurde, wiederzufinden.
Bei den Recherchen zu diesem Fall stellt Fletcher fest, dass es noch einige seltsame Fälle mehr in seiner Heimatstadt gibt - nur hat er keine Ahnung, wie diese zusammenhängen. Als er dann auch noch eines Nachts halbtot geprügelt wird und man ihm Brandstiftung anhängen will, wird er von seinem vermeindlichen Widersacher aus dem ihn zum Verhör fahrenden Wagen befreit und die beiden machen sich vollkommen illegal an die Aufklärung aller Fälle.

Eine Detektivgeschichte vom Artemis Fowl-Autor, die mir allein deswegen gefällt, weil sie es schafft, eine Kinderbuchhandlung mit dem Sprachstil klassischer Detektivromane zu verbinden und Elemente einzubauen, die man auch in "erwachsenen" Krimis finden kann. Ganz nebenbei zeigt das Buch auch noch, wie albern Vorurteile gegen Außenseiter doch sind - und alles zusammen auf eine sehr kurzwellige Art und Weise.

7/10 Detektiven