18 November 2005 - 00:52 -- Nichtraucher

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The Descent

Ein Menarchefilm?



Der Smilie A.N.G.S.T. war der Falsche, der hier Wah! wäre passender. Oder der hehe, je nachdem, wie abgebrüht man ist. The Descent ist ein wirklich fieser kleiner Metzelfilm, der sich auf das besinnt, was knackigen Trash auszeichnen sollte: Boshaftigkeit, Blut und ordentlich Zivilisationspessimismus. Da wird nicht lang gefackelt, da geht es ans Sterben, meine Damen! Blut, Blut, Blut und reichlich Schockmomente.

Anders als ich erwartet hatte, ist "The Descent" sehr konventionell, eine klassiche 10-kleine-Negerlein-Geschichte, absolut gradlinig erzählt. Eigentlich ahnt man immer, was gleich passieren wird und die Charakterzeichnungen sind wie von einer Cornflakespackung abgeschrieben, aber das wird sauber umgesetzt. Der Film holt höchst ökonomisch das Maximum aus seinen begrenzten Mitteln heraus. Kann auch nicht viel gekostet haben. Ein 50stel Supermann vielleicht.

So richtig gruslig allerdings fand ich ihn nicht, dafür ist er viel zu splatterhaft-brachial. Eben ein Schocker. Körperlich anstrengend, erst jetzt entspannen sich langsam meine verkrampften Muskeln. Ein Tipp für die, die über die ganzen Teenie-Slayer-Filme nur noch gähnen, hier wird knochentrocken gemetzelt. Der Film nimmt sich ernst, soll gar nicht lustig sein, das Ganze, Humor ist Fehlanzeige. Auf der anderen Seite plantscht er im Kunstblut wie ein Kind an Halloween, das hat schon wieder was Süßes.

Als Kind der post-post-modernen Scheißgesellschaft hab ich natürlich die ganze Zeit nach einem Twist gesucht, ihr wisst schon, alles ist nur geträumt oder spielt sich im Kopf von jemand ab oder er ist sein Vater oder sie sind schon alle tot ect. Aber ich glaube, trotz eines etwas offenen Endes, über das man diskutieren könnte, nein, auf so was wurde hier verzichtet. Das wollte der Film nicht. Das kann man ihm als platt und ideenarm vorwerfen oder als erfrischend-altmodische Ruppigkeit anrechnen. smile.

7 von 10 Eispickeln